Rückblick

Inklusionsmesse 2018

Am 13. und 14. April 2018 fand die zweite Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz statt – dieses Mal in der Mainzer Rheingoldhalle. Unter dem Motto „Inklusion – Sei dabei!“ sollte vermittelt werden, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die nur gelingen kann, wenn alle mitmachen. Durch die Sichtbarmachung der landesweiten Vielfalt und der guten Beispiele im Bereich Inklusion konnten Interessierte erfahren, was Inklusion eigentlich bedeutet und wie sie umgesetzt wird. Gleichzeitig bot die Messe Fachleuten ein Forum für Austausch und Vernetzung.

Die Besucherinnen und Besucher erwarteten über 50 Messestände mit inklusiven Angeboten und Initiativen aus allen Lebensbereichen, rund 30 Workshops sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Live-Acts bis in den Abend hinein. Auf dem Jockel-Fuchs-Platz wurden viele Attraktionen für Kinder und Erwachsene angeboten, wie beispielsweise inklusives Klettern an einem Kletterturm. Beim Rollstuhlparcours konnte das Rollstuhlfahren ausprobiert werden. Darüber hinaus unterstützte die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie die Messe mit der mobilen Werkstatt der 13 Sinne von Schloss Freudenberg.

Da alle Angebote durch Schrift- und Gebärdensprachdolmetscher/innen begleitet wurden, konnte beispielsweise der Austausch zwischen einem blinden Dozenten und gehörlosen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rahmen des Workshops „Der Weg zur barrierefreien Website“ stattfinden. Die Schriftdolmetscher/innen fanden nicht nur positive Resonanz bei gehörlosen, sondern auch bei älteren Menschen, die vorgestellte Vorträge, Workshops oder Diskussionsrunden mitlesen konnten.

Auch in der Politik stieß die zweite Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz auf großes Interesse. Die Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler war persönlich vor Ort und hat die Messe zusammen mit den Veranstaltern und dem Oberbürgermeister eröffnet. Es gab eine rege Diskussionsrunde zu der Thematik des Bundesteilhabegesetzes. Gäste der Diskussionsrunde waren unter anderem Matthias Rösch, Landesbeauftragter für Belange von Menschen mit Behinderung des Landes Rheinland-Pfalz.

Als Veranstalter zogen die LAG Selbsthilfe und das ZsL Mainz trotz Regen und Strike des öffentlichen Nahverkehrs ein positives Fazit. Mit etwa 4.000 Besucherinnen und Besuchern an beiden Tagen erfreute man sich eines größeren Zulaufs von Fachpublikum, Menschen mit Behinderung und Öffentlichkeit als bei der ersten Inklusionsmesse in 2016. Die Teilnehmenden schätzten neben dem Veranstaltungsort und Rahmenprogramm, die „freundlichen Helfer und Mitarbeiter“ und die vielfältigen Kontaktmöglichkeiten. Noch während der Veranstaltung wurden zahlreiche Anfragen für die nächste Messe gestellt, die im Herbst 2020 stattfinden soll.

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Programm

Ausstellerübersicht

Mobilität und Barrierefreiheit
  • handicap mobil GmbH
  • Humanelektronik GmbH
  • sags-leicht & Landesblinden- und Sehbehindertenverband Rheinland-Pfalz e.V.
  • Fachdienste für Hörgeschädigte, Träger: Landesverband der Gehörlosen RLP e.V.

Gesundheit, Selbsthilfe und Pflege
  • Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, Mainz e.V.
  • AOK die Gesundheitskasse
  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz
  • Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz e.V.
  • DMSG-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.; EUTB-Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
  • Osteoporose Landesverband RLP
  • Lebenshilfe Kreisvereinigung Germersheim e.V. (JuLe Junge Lebenshilfe)
  • SeelenWorte RLP – Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
  • NetzG-RLP Landesnetzwerk Selbsthilfe Seelische Gesundheit e.V.
  • Verein für Integration und Teilhabe am Leben e.V.
  • Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Mainz e.V./Körper- und Mehrfachbehinderte Mainz gGmbH
  • Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V.
  • Arbeitsfeld Inklusion im Bistum Trier
  • Referat Seelsorge für Menschen mit Behinderung, Bistum Mainz und Bistum Speyer
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte in Rheinland-Pfalz
  • BSK Landesvertretung RLP
  • Inklusionsinitiative Westpfalz
  • Club Aktiv e. V.
  • Inklusiv Leben Lernen in und um Bad Kreuznach
  • ZSL Bad Kreuznach
  • Kommune Inklusiv Verbandsgemeinde Nieder-Olm

Dienstleister
  • RheinAssistenz UG haftungsbeschränkt
  • Sparda-Bank Südwest eG
  • Bundesverband der Berufsbetreuer e.V. Landesgruppe Rheinland-Pfalz
  • Schriftdolmetscher Saarland
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
  • gpe Gesellschaft für Psychosoziale Einrichtungen gGmbH

Arbeit und Beschäftigung
  • Landesarbeitsgemeinschaft Inklusionsbetriebe RLP
  • in.betrieb gGmbH Gesellschaft für Teilhabe und Integration
  • Ev. Diakoniewerk, Zoar-Werkstätten Heidesheim
  • Wirtschaftsbetrieb Mainz, Anstalt des öffentlichen Rechts
  • Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung –Integrationsamt-
  • BÜS-Bürgerservice gGmbH Trier
  • WO WACHS UND HONIG FLIESSEN-Soziale Stadtimkerei und Wachsmanufaktur

Lebenslanges Lernen
  • Evangelische Hochschule Darmstadt
  • Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. (bezev)
  • gpe Gesellschaft Für Psychosoziale Einrichtungen Mainz GmbH, Abt. Campus
  • Ministerium für Bildung, Rheinland-Pfalz

Wohnen
  • Nieder-Ramstädter Diakonie (Kooperationspartner Inklusionsmesse)
  • Edith-Stein-Schule u. Internat im Antoniushaus
  • Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen

Freizeit, Kultur und Sport
  • Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH
  • Staatstheater Mainz
  • Museumsverband Rheinland-Pfalz und Lebenshilfe Rheinland-Pfalz
  • Steuerungsgruppe Inklusion des rheinland-pfälzischen Sports

Workshops

  • Der vermessene Patient Digitalisierung im Gesundheitswesen - am Puls der Zeit oder gläsern wider Willen?
  • Diagnose Demenz - Was tun?
  • Budget für Arbeit
  • Einführung in die Gebärdensprache
  • Inklusionsfeld Kindheit
  • LoveLife – gemeinsam sexuelle Selbstbestimmung stärken
  • Diskussionsrunde „Lebenslanges Lernen“
  • Gebärdensprachdolmetschen für Musik
  • Inklusion im organisierten Sport in Rheinland-Pfalz
  • Gründung von Inklusionsbetrieben
  • Das Projekt „para-normal-lifestyle-Eine andere Sicht auf Querschnittlähmung“
  • Beschäftigung und Ausbildung von Menschen mit Behinderung
  • Inklusion in den evangelischen Kirchen von Rheinland-Pfalz
  • DanceAbility Deutschland
  • Staatstheater Mainz
  • Der Weg zur barrierefreien Website
  • Social Media für alle
  • Stärker werden und etwas verändern! Schnupperkurs zum Thema Empowerment
  • Diskussionsrunde Bundesteilhabegesetz (BTHG) RLP
  • Und wie soll ich ihn rufen? Die Kommunikation mit hörgeschädigten Arbeitskollegen
  • Einführung in die leichte Sprache
  • Motivation-Eigenmotivation
  • Ich ticce richtig-Impressionen aus dem Leben mit dem Tourette-Syndrom

Aktionen auf dem Jockel-Fuchs-Platz

  • Rollstuhlparcours
  • Schloß Freudenberg mit der Werkstatt der 13 Sinne
  • Hüpfburg
  • Kinderschminken
  • Fußball-Billard
  • Inklusiver Kletterturm

Rahmenprogramm

  • Absinto Orkestra
  • Kleinkunst (Zirkuswiese)
  • Wir Sind Wer
  • Orange Amber
  • Kleinkunst (Bühnenshow)
  • Rami Hattab
  • Lichtmast_18
  • Comedian Rainer Schmidt
  • Slam-Poetin Ninia LaGrande

Konzept

Hintergrund

Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde im Jahr 2009 von Deutschland anerkannt. Sie definiert Inklusion, also das Leben, Arbeiten und Wohnen von Menschen mit und ohne Behinderungen mitten in der Gemeinschaft, als geltendes Menschenrecht. Verschiedene Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben sich inzwischen auf den Weg gemacht, Maßnahmenkataloge – sogenannte Aktionspläne – zur Umsetzung der Konvention zu entwickeln und anzugehen. Es handelt sich also um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu bedarf es jede Menge gute Beispiele, um Akteure und Personen zu überzeugen und mitzunehmen und somit einer inklusiven Gesellschaft näher zu kommen.

Und genau hier setzt die Inklusionsmesse Rheinland-Pfalz an. Auf der ersten Messe im April 2016 in Mainz konnten sich die Besucherinnen und Besucher vom vielseitigen Engagement in der Praxis überzeugen lassen. Unter dem Motto „Gewusst wie!“ sollten Engagierte und an Inklusion Interessierte darin bestärkt werden, Aktivitäten für die gleichberechtigte Teilhabe und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu entwickeln bzw. weiter auszubauen und sich auch mal bei anderen „etwas abzuschauen“. Dabei waren und sind die Vernetzung, der Austausch und das „voneinander Lernen“ Leitideen der Inklusionsmesse. Diese soll Lust machen auf Inklusion, sie soll das Bewusstsein schärfen, vor allem soll sie aber ein Forum sein, um den Gedanken der Inklusion weiterzutragen.

Markt der Möglichkeiten

Im Zentrum der Messe vereint der Markt der Möglichkeiten bemerkenswerte Inklusionsprojekte und -initiativen aus ganz Rheinland-Pfalz. Beispiele aus zahlreichen Bereichen wie Freizeit, Selbstbestimmt Leben, Beratung sowie Bildung und Arbeit waren vertreten. Die Besucherinnen und Besucher konnten die vorhandene Expertise nutzen, um sich über Ideen und Visionen auszutauschen und vernetzende Lösungen für mögliche Hürden zu finden. Weiterhin gab es die Möglichkeit, sich in ein separates Beratungssetting zurückzuziehen.

Workshops

Mit verschiedenen Workshops wurden den Gästen unterschiedliche Bereiche vorgestellt und nähergebracht werden. Dafür wurden Themen gewählt, bei denen davon auszugehen ist, dass sie zur Umsetzung der Inklusion wichtig sind. Es ging also bei den Workshops zunächst einmal darum, einen ersten Eindruck über das jeweilige Thema zu gewinnen.

Im Rahmen der Workshops wurden Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche der Inklusion vermittelt. Sie sollen Ideengeber sein und zur weiteren Diskussion anregen. Die Themen reichen hier von Gebärdensprache, leichter Sprache, Digitalisierung im Gesundheitswesen über Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen und Gründung von sogenannten Inklusionsbetrieben bis hin zu barrierefreier Gestaltung von Internetseiten.

Rahmenprogramm

Neben dem Markt der Möglichkeiten und den Workshops gab es ein vielfältiges und buntes Rahmenprogramm. Von Sportangeboten, über Selbsterfahrungsmöglichkeiten, Interviews bis hin zu weiteren kulturellen Aktionen konnten die Gäste die Vielfalt von Inklusion praxisnah erleben.